Klimaangepasstes Gästehaus

AEST 3_Prototypplanung
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Projekt
: Entwicklung eines Prototyps für klimaangepasste Gebäude für Gesundheitsstationen im Tschad
Land & Ort: Tschad, Koyom
Planung: Erstellung Pläne humantektur
Projektträger / Partnerorganisation: Association Evangélique pour la Santé au Tchad (AEST)
Leistungen humantektur: Planung des Prototyps
Finanzierung: AEST, humantektur
Laufzeit bzw. Fertigstellung: 2019-2024

Wie lassen sich Gebäude im heißen Klima des Tschad so gestalten, dass sie mit einfachen Mitteln angenehme Innenräume bieten und gleichzeitig robust, einfach zu unterhalten und mit lokal verfügbaren Möglichkeiten instand zu halten sind? Gemeinsam mit unserer langjährigen Partnerorganisation AEST entwickelten wir hierfür einen Prototyp, der zunächst als Gästehaus in Koyom umgesetzt wurde.

Im Mittelpunkt standen zwei grundlegende Prinzipien: bioklimatische Architektur und Wartungsfreundlichkeit. Statt auf komplexe Gebäudetechnik zu setzen, sollte bereits die Architektur dazu beitragen, den Wärmeeintrag zu reduzieren und ein möglichst angenehmes Raumklima zu schaffen. Gleichzeitig wurde die Konstruktion bewusst einfach und robust entwickelt, damit Bauteile mit lokal verfügbaren Materialien und handwerklichen Fähigkeiten gewartet, repariert und bei Bedarf ersetzt werden können.

Ein wesentliches Element ist die charakteristische Tonnendachkonstruktion. Das gewölbte Dach überspannt das Gebäude und verschattet die darunterliegenden Räume. Der belüftete Zwischenraum zwischen Dach und Raumdecke reduziert den direkten Wärmeeintrag und unterstützt die natürliche Kühlung. Große Dachüberstände schützen Fassaden und Öffnungen zusätzlich vor intensiver Sonneneinstrahlung und Witterung.

Der gebaute Prototyp ermöglichte es, Konstruktion, Materialien und bioklimatische Prinzipien unter realen Bedingungen zu erproben und Erfahrungen für ihre Weiterentwicklung zu sammeln. Dabei ging es ausdrücklich nicht nur um die Errichtungskosten, sondern um den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes: Ein Gebäude kann langfristig nur funktionieren, wenn es vor Ort betrieben, gepflegt und mit vertretbarem Aufwand instand gehalten werden kann.

Die gewonnenen Erfahrungen flossen anschließend in die Weiterentwicklung der Gesundheitsstationen von AEST im Tschad ein. Das Gästehaus wurde damit zum Testgebäude für einen klimaangepassten, robusten und wartungsfreundlichen Konstruktionsansatz, der auf weitere Bauvorhaben übertragen werden kann.

Was das Projekt auszeichnet:

  • gebauter Prototyp für klimaangepasste Gebäude im Tschad
  • bioklimatische Architektur zur Verbesserung des Raumklimas
  • Entwicklung und Erprobung der charakteristischen Tonnendachkonstruktion
  • Reduzierung des Wärmeeintrags durch Verschattung und belüfteten Dachzwischenraum
  • große Dachüberstände zum Schutz vor Sonne und Witterung
  • einfache, robuste und wartungsfreundliche Konstruktion
  • Instandhaltung und Reparatur mit möglichst lokal verfügbaren Materialien und Fähigkeiten
  • Berücksichtigung von Betrieb und Instandhaltung bereits in der Planung
  • praktische Erprobung vor der Übertragung auf Gesundheitsstationen
  • gemeinsame Entwicklung mit AEST